Wirtschaftsstrafrecht

Unter den Begriff „Wirtschaftsstrafrecht“, der nicht konkret definiert ist, fallen Straftaten und Rechtsnormen, die sich auf das Wirtschaftsleben beziehen.

Meist sind es Unternehmen, ihre Organmitglieder und Mitarbeiter denen eine wirtschaftsstrafrechtliche Tat vorgeworfen wird.

Die Betroffenen in solchen Ermittlungsverfahrens werden oftmals zum ersten Mal mit Staatsanwaltschaft, Polizei oder Finanzfahndung konfrontiert. Meist steht der Tatvorwurf im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. So kann es passieren, dass Handlungen welche „nur“ im Rahmen der beruflichen Tätigkeit stattfanden, Anlass für die Staatsanwaltschaft bietet, das Vorgehen auf Strafrechtliche Aspekte zu untersuchen und ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.

Mögliche Nebenerscheinungen einer strafrechtlichen Verfolgung sind Durchsuchungen der Büroräume und/oder der privaten Räume. Oft unter den Augen von Kollegen oder Nachbarn. Auch Kontopfändungen oder Inhaftierungen sind Mittel des Staates.

Für ein effektives Vorgehen gegen diese Maßnahmen ist es notwendig einen erfahrenen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Steuerstrafrecht

Die Gefahr, Betroffener von steuerstrafrechtlichen Ermittlungen zu werden ist groß. Sollte die Steuererklärung unrichtig oder unvollständig abgegeben worden sein, ist dies Anlass für die Einleitung eines steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahrens.
Bei der Strafzumessung orientieren sich die Gerichte an Vorgaben des Bundesgerichtshofes, wonach bei Hinterziehungsbeträgen ab 1 Million Euro mit einer Haftstrafe zu rechnen ist, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann.
Es gilt daher die Ermittlungen der Steuerfahndung rechtzeitig auch der Höhe nach zu überprüfen.

Das Steuerstrafrecht ist kein alleinstehendes Strafrecht, das unabhängig vom allgemeinen Strafrecht Anwendung findet. In der Abgabenordnung (AO) sind zwar strafrechtliche Sanktionen für bestimmte Handlungen oder ein Unterlassen normiert. Die Ausführungen der Abgabenordnung hängen aber eng mit dem Strafgesetzbuch (StGB) zusammen, so dass eine Anwendung der AO ohne die des StGB nicht möglich ist.

Das Verfahren in Steuerstrafsachen unterscheidet sich zum Teil von dem Verfahren in den übrigen Strafsachen. Zum Beispiel ermittelt meist nicht die Kriminalpolizei oder Staatsanwaltschaft. Oftmals nehmen die Steuerfahndung oder die Finanzbehörden zum Teil die Aufgaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft wahr, wenn es sich um einen steuerstrafrechtlichen Vorwurf handelt.
Sobald Sie davon in Kenntnis gesetzt werden, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, sollten Sie sich schnellst möglich kompetenten anwaltlichen Rat einholen. Durch zügiges Handeln können oftmals die befürchteten unangenehmen Folgen abgewendet werden.